So entsteht der Zahlmoral-Score

Transparent und nachvollziehbar: Wie wir sicherstellen, dass nur eindeutig verifizierte Betriebe melden, welche Faktoren in die Bewertung einfließen und wann ein Vorfall nicht mehr berücksichtigt wird.

Was der Score aussagt

Jeder Kunde in der Bibliothek erhält einen Zahlmoral-Score von 0 bis 100 Punkten. 100 bedeutet: keine bekannten Zahlungsprobleme. Je niedriger der Wert, desto höher das Risiko, dass Rechnungen offen bleiben.

Zur schnellen Einordnung gibt es eine Ampel:

  • Grün (70–100): vertrauenswürdig
  • Gelb (40–69): Vorsicht geboten
  • Rot (unter 40): hohes Risiko

Der Score basiert ausschließlich auf von eindeutig verifizierten Handwerksbetrieben gemeldeten und von uns geprüften Vorfällen. Er ist kein offizielles Bonitätsurteil und ersetzt keine eigene Bonitätsprüfung.

Jede Meldung nur von eindeutig verifizierten Betrieben

Zahlmoral setzt einen hohen Standard bei der Identität der meldenden Betriebe. Nur wer mehrere unabhängige Prüfungen bestanden hat, darf Vorfälle in die Bibliothek einbringen – und jeder Vorfall wird zusätzlich von uns manuell freigegeben, bevor er den Score beeinflusst.

  • Bestätigte E-Mail-Adresse

    Jeder Betrieb bestätigt seine geschäftliche E-Mail-Adresse. So ist nachvollziehbar, wer Zugang zum Konto hat.

  • Betriebsnachweis & manuelle Prüfung

    Vor der Freischaltung prüfen wir Gewerbe- oder Handelsregister-Unterlagen und die USt-IdNr. von Hand.

  • 50-Cent-Verifizierung

    Für den kostenpflichtigen Zugang zahlt der Betrieb einmalig 0,50 EUR über Stripe. Der Betrag wird nach der Prüfung automatisch zurückerstattet (spätestens nach 5 Minuten). Damit verknüpfen wir den Account mit einer echten Zahlung und gleichen die Stripe-Daten mit dem Profil ab.

  • Kryptografisch signierter Vertrag

    Beim Vertragsabschluss versiegelt das System den Nutzungsvertrag digital. Der Fingerabdruck (Hash) des Dokuments wird in einer Blockchain verankert – nachträgliche Manipulationen wären nachweisbar.

Ergebnis: Jeder Eintrag in der Bibliothek stammt von einem Betrieb, dessen Identität wir mehrfach und unabhängig voneinander geprüft haben – nicht von anonymen oder leicht fälschbaren Accounts.

Woran wir jeden Vorfall messen

Handwerker melden ausschließlich offene Forderungen. Es gibt keine separate Meldung für „zu spät bezahlt“. Jede neue Meldung startet als „nicht gezahlt“. Für jeden bestätigten Vorfall prüfen wir drei Punkte:

  • Offener Betrag

    Höhere Rechnungssummen wirken stärker negativ. Pro Vorfall werden maximal 10.000 € berücksichtigt.

  • Dauer seit Fälligkeit

    Je länger eine Rechnung offen ist, desto stärker sinkt die Bewertung. Kurze Verzögerungen fallen milder aus als monatelange Überfälligkeit.

  • Zahlungsstatus

    Solange der Vorfall offen ist, zählt er voll. Wurde er später als bezahlt markiert, wird der Status angepasst – der Score kann sich verbessern, bleibt aber noch eine Weile sichtbar (siehe unten).

Mehrere Vorfälle

Hat ein Kunde mehrere aktive Meldungen, fließen alle in den Gesamtscore ein. Zusätzliche Vorfälle verschlechtern die Bewertung stärker als ein einzelner Fall – Wiederholungstäter fallen deutlicher auf.

Neue Meldungen können den Score nur verschlechtern, nicht verbessern. So wird verhindert, dass eine mildere zweite Meldung eine schlechte erste Bewertung „wegmittelt“.

Wird dagegen ein bestehender Vorfall als bezahlt markiert, wird der Score neu berechnet – eine Verbesserung ist dann möglich.

Wenn eine Rechnung bezahlt wurde

Der meldende Betrieb kann einen freigegebenen Vorfall später als bezahlt kennzeichnen. Dann gilt:

  • Der Vorfall zählt mit reduzierter Stärke in die Bewertung – die Zahlmoral kann steigen.
  • Die Überfälligkeitsdauer wird zum Zeitpunkt der Markierung eingefroren und wächst nicht weiter.
  • Der Eintrag bleibt in der Historie sichtbar, damit andere Betriebe den Ablauf nachvollziehen können.
Wann ein Vorfall nicht mehr zählt

Offene Rechnungen verfallen nicht. Solange ein Vorfall nicht bezahlt wurde, bleibt er in der Bewertung und in der Historie.

Bezahlte Vorfälle werden nach 18 Monaten aus der Score-Berechnung entfernt. Ab dem Tag, an dem der meldende Betrieb die Zahlung bestätigt hat, läuft eine Frist von 18 Monaten. Danach fließt der Vorfall nicht mehr in den Zahlmoral-Score ein.

Der Eintrag bleibt für berechtigte Mitglieder noch 18 Monate in der Vorfalshistorie einsehbar, beeinflusst den Score aber nicht mehr. Danach wird er gemäß unserer Datenschutzerklärung gelöscht. Sind alle aktiven Vorfälle abgelaufen oder gelöst, kann der Score wieder auf 100 steigen.

Kurz zusammengefasst
SituationWirkung auf den Score
Meldender BetriebMehrfach verifiziert (E-Mail, Unterlagen, Bank, Vertrag)
Neue Meldung (offen)Score sinkt oder bleibt gleich
Rechnung weiter offenScore kann mit der Zeit weiter sinken
Als bezahlt markiertScore kann steigen, zählt noch 18 Monate mit
Bezahlt, älter als 18 MonateNur noch Historie, kein Einfluss auf den Score
Datenschutz und deine Rechte

Die Erstellung und Nutzung von Zahlungszuverlässigkeits-Scores ist personenbezogene Datenverarbeitung im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). In unserer Datenschutzerklärung erfährst du, welche Daten wir dafür verarbeiten, auf welcher Rechtsgrundlage, wie lange wir sie speichern und welche Rechte du hast – insbesondere Auskunft, Berichtigung, Löschung und Widerspruch.

Als gemeldete Person kannst du über unsere Selbstauskunft prüfen lassen, ob du im Register stehst.

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